News

08.02.2011 Edelstahlpreise bei hoher Nachfrage unter Druck

Die weltweite Nachfrage nach rost-, säure- und hitzebeständigen (RSH) Edelstahlflachprodukten war nach wie vor ungebrochen. Nach vorläufigen Schätzungen nahm der globale Verbrauch 2008 um rund 4,5 % zu. Dieses Wachstum wurde vor allem von China gestützt, während in Westeuropa und im Nafta- Raum das Wachstum maximal 1,5 % bis 2 % erreicht haben dürfte. Im europäischen Markt verlief die Nachfrage 2008 auf zunächst stabilem Niveau. Nachdem die Auftragseingänge und Lieferungen im Vorjahr infolge der massiven Importe aus Asien, der hohen Bestände beim Lager haltenden Handel sowie der ausgeprägten Preisschwankungen beim Legie- rungsmetall Nickel auf ein sehr niedriges Niveau gefallen waren, verbesserte sich die Situation im 4. Kalenderquartal 2007 spürbar, um dann Mitte des 2. Kalenderquartals 2008 deutlich zurück- zugehen.

Ursache hierfür war primär die wieder ansteigende Nachfrage des Handels; dieser baute die Lagerbestände wieder schrittweise auf, die angesichts des Nickelpreisverfalls reduziert worden waren. Die stark schwankenden Preise für Legierungsmetalle wie Nickel und Chrom haben das Käuferverhalten beeinflusst. Dabei gelang es den europäischen Produzenten, die Basispreise bis in das 2. Kalenderquartal 2008 wieder anzuheben. Bedingt durch die saisonale Schwäche der Sommermonate sowie die eingetrübten Konjunkturaussichten waren die Basispreise jedoch im Anschluss wieder stark rückläufig und die Auf- tragseingänge gaben deutlich nach. Das Niveau der Drittlandsimporte lag im Durchschnitt niedriger als im Vorjahreszeitraum, was im Wesentlichen auf einen Rückgang der Importe aus Asien, hierbei insbesondere aus China, Taiwan und Korea, zurückzuführen war. Dennoch wurde bereits seit Beginn des 2. Quartals 2008 ein kontinuier- licher Wiederanstieg der Importe aus diesen Ländern registriert, im späteren Verlauf dann getrieben durch die zunehmende Unterauslastung der chinesischen Produktionskapazitäten.

Die Entwicklung der Preise für Legierungsmetalle hatte erneut einen erheblichen Einfluss auf das Kundenverhalten. Nach dem Allzeithoch Mitte 2007 gab der Nickelpreis deutlich nach und stabilisierte sich bis Mitte März 2008 auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau von 27.000 ¬ 33.000 US-Dollar je Tonne, was sich zunächst positiv auf die Nachfrage auswirkte. Seit Anfang Mai setzte ein erneuter Abwärtstrend ein, wodurch sich bei den Rostfrei-Kunden wieder eine abwartende Haltung einstell- te. Dagegen stieg der Chrompreis infolge der Verknappung der weltweiten Produktion erheblich.

Bei Chrom-Nickel-Stählen (Austeniten) konnte dieser Anstieg durch die niedrigere Nickelpreisnotierung kompensiert werden, während sich bei den Chromstählen (Ferriten) die Verteuerung des Chroms in Verbindung mit ebenfalls gestiegenen Stahlschrottpreisen bemerkbar machte. Hier nahm der Legie- rungszuschlag innerhalb des Berichtsjahres um mehr als 100 % zu. Im Nafta-Raum sorgte eine verhaltene Edelstahlnachfrage, bedingt durch die allgemein schwache Konjunktur, für rückläufige Mengen und Basispreise.

In China und anderen asiatischen Märkten war die Nachfrage nach Edelstahl-Rostfrei-Produkten zwar weiterhin ungebrochen, hohe Lagerbestände und Überkapazitäten bei den Produzenten verhinderten aber eine Verbesserung der Erlössituation: Gegenüber dem Vorjahr gaben die Preise nach. Im Markt für Nickellegierungen wirkten sich die zunächst wieder ansteigenden Legierungsmittel- preise sowie die Wechselkursentwicklung des Euro zum US-Dollar negativ auf die Wettbewerbsfähig- keit der europäischen Produzenten aus. Zudem drängten Wettbewerber mit Produktionskapazitäten im US-Dollar-Raum zunehmend in die europäischen Märkte.

zurück zur Übersicht